Die Skala der Ausbildung

aus dem ABC der Pferdeausbildung

Die heutige Reitlehre fußt auf der sogenannten „Skala der Ausbildung“. Diese Skala umfasst sieben Punkte, die jeweils aufeinander aufbauen und sich gegenseitig bedingen:

Das Entstehen eines Leitfadens zur Ausbildung von Reitpferden beruht auf der im Laufe der Jahrhunderte erkannten Notwendigkeit, dass ein Pferd für das Tragen der Last des Reiters einerseits ausgebildet werden muss, da es sonst schnell Schaden nehmen kann, vor allem jedoch, da es nur so für den Reiter gut bedienbar ist, was zu Zeiten, da ein Pferd noch Kriegsgerät war, überlebensnotwendig war. In jenen Zeiten musste ein Pferd auf dem Schlachtfeld extrem wendig sein, was zu einer Zuchtauslese hin zu stark versammlungsfähigen Pferdetypen führte. Entsprechend war die Ausbildungslehre klar auf die versammelnden Lektionen ausgerichtet, eine Berücksichtigung der natürlichen Bedürfnisse des Pferdes fand nur sehr untergeordnet statt.

Kandare und Schlaufzügel im Barock

Versammlung zu Zeiten des Barocks wurde maßgeblich über die Verwendung von aus heutiger Sicht martialischen Gebissen erreicht. Der Einsatz von Schlaufzügeln war bereits bekannt, nicht hingegen der Weg, wie sie zu vermeiden wären.

Die allmähliche Veränderung des verbreiteten Pferdetyps durch den Einfluss des englischen Vollbluts führte zu einer entsprechenden Anpassung der Ausbildungslehre, weg von der extremen Versammlung hin zu einer vielseitigen Ausbildung, in der Versammlung und Verstärkung gleichwertig sind.
Die heutige „Skala der Ausbildung“ basiert auf der Heeresdienstvorschrift von 1912 und wurde im Laufe der darauffolgenden Jahrzehnte zur jetzigen Form weiterentwickelt, wobei neue Erkenntnisse über die Biomechanik des Pferdes die Ausbildungsrichtlinien immer weiter beeinflussen.

Wenn Pferde heute zum Glück auch nur noch zu Sportzwecken oder als Freizeitpartner genutzt werden hat sich doch nichts daran geändert dass jedes Reitpferd eine fundierte Grundausbildung durchlaufen sollte, damit der Pferdekörper unter dem Reiter nicht vorzeitig verschleißt und es für den jeweiligen Reiter gefahrlos handhabbar ist.

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